Beschreibung wesentlicher Risikofelder

Beschreibung wesentlicher Risikofelder

Die im Vorjahresgeschäftsbericht dargestellten wesentlichen Risikofelder und deren Vorsorgemaßnahmen haben nach wie vor Gültigkeit:

Geopolitische Konflikte, politische Unsicherheiten und deren Auswirkungen

Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr war das Unternehmensumfeld weiterhin von geopolitischen Konflikten und Spannungen geprägt. Geopolitische Entwicklungen werden kontinuierlich beobachtet, um auch künftig potenzielle Auswirkungen auf den voestalpine-Konzern frühzeitig zu erkennen und um möglichen Risiken mit einer robusten und nachhaltigen Organisation in einem sich ständig wandelnden geopolitischen Umfeld proaktiv entgegenzuwirken. So haben zum Beispiel die im Zuge des Ukraine-Krieges etablierten Maßnahmen zur Aufrechterhaltung bzw. Sicherung der Versorgung mit relevanten Rohstoffen bzw. zur Gasversorgung weiterhin ihre Gültigkeit; diese sind im Kapitel Rohstoffverfügbarkeit, Energieversorgung angeführt. Weiters werden angesichts des seit Ende Februar 2026 andauernden Iran‑Krieges bestehende Vorkehrungen zur Versorgungssicherheit laufend auf ihre Wirksamkeit geprüft und bei Bedarf entsprechend angepasst.

Neben geopolitischen Konflikten beeinflussen auch handelspolitisch motivierte Eingriffe in Märkte – etwa in Form von Zöllen und Gegenzöllen bzw. Sanktionen – das Wirtschaftswachstum. So war der voestalpine‑Konzern von US‑Zöllen auf Stahlimporte beim Export aus dem EU-Raum in die USA betroffen (Erhöhung der Section 232-Zölle für Stahl von 25 % auf 50 % und der zusätzlichen Einführung der reziproken Zölle (IEEPA-Zölle) von 15 % auf Produkte aus Stahl). Im abgelaufenen Geschäftsjahr belief sich der daraus resultierende gesamte negative EBITDA‑Effekt auf einen hohen zweistelligen EUR-Millionenbetrag. Besonders stark betroffen waren Nahtlosrohre für die Öl‑ und Gasindustrie, wo die Zölle in Kombination mit einer schwachen US‑Nachfrage teilweise zu einer geringeren Auslastung führten. Andere Industriezweige (wie zum Beispiel feuerverzinkte Materialien für die Automobilindustrie) waren weniger betroffen, in vielen Bereichen konnten Zollaufwendungen in weiten Teilen an Kund:innen weitergegeben werden. Der durch lokale Produktion in den USA erzielte Umsatz („local for local“) war nicht zollbelastet, mit dieser Strategie konnten die direkten finanziellen Auswirkungen der Zölle deutlich begrenzt werden. Da der US Supreme Court im Februar 2026 IEEPA-Zölle für unzulässig erklärt hat, beantragen betroffene Gesellschaften mittels einfachem Zollverfahren („protest filing“) eine Rückforderung über den Zollagenten („customs broker“) in einer aus Risikomanagementsicht unwesentlichen Größenordnung. Sollten die Bestrebungen der EU, einen Handelsdeal mit den USA zu erreichen, fehlschlagen, ist weiterhin von einer jährlichen Belastung in ähnlicher Größenordnung wie zuvor beschrieben auszugehen. In einem weiterhin herausfordernden konjunkturellen Umfeld werden potenzielle Folgen aus globalen (Handels-)Konflikten sowie veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen laufend beobachtet. Dabei wird auch die US-Zollpolitik weiterhin bestmöglich berücksichtigt. Reorganisationsprogramme sowie generelle Effizienzmaßnahmen werden auch unter diesen Aspekten konsequent weiterverfolgt.

Risiken der Dekarbonisierung/Klimaschutzprogramm greentec steel

Die voestalpine bekennt sich zum Pariser Klimaabkommen und sieht in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie vor, Net-Zero-Emissionen bis 2050 im Einklang mit dem Zielpfad des EU-Emissionshandels zu erreichen. Um der Herausforderung der Dekarbonisierung der Stahlerzeugung unter Wahrung der Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu begegnen, hat die voestalpine das Klimaschutzprogramm greentec steel als wesentliches Kernelement des konzernalen Klimaübergangsplans entwickelt, welches den schrittweisen Umstieg auf neue Technologien vorsieht.

Die technische Umstellung der bestehenden Produktionsverfahren auf emissionsarme Technologien sowie drohende Kostensteigerungen aufgrund der CO2-Bepreisungsmechanismen in der EU stellen wesentliche transitorische Risiken für die voestalpine dar. Weitere Ausführungen dazu sind der konsolidierten Nachhaltigkeitserklärung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3-E1 Klimawandel und ESRS E1 Klimawandel).

Rohstoffverfügbarkeit, Energieversorgung

Zur langfristigen Absicherung der Rohstoff- und Energieversorgung in den erforderlichen Qualitäten und Mengen verfolgt der voestalpine-Konzern seit vielen Jahren eine den erhöhten politischen und wirtschaftlichen Risiken dieses globalisierten Marktes entsprechende diversifizierte Beschaffungsstrategie. Diese wird auch aufgrund der unterschiedlichen Dekarbonisierungsaktivitäten sowie zusätzlich durch geopolitische Entwicklungen (wie zum Beispiel dem mehrjährigen Ukraine-Krieg und dem aktuellen Iran-Krieg) und den Erfahrungen der Corona-Pandemie bekräftigt.

  • So wurden zum Beispiel seit Beginn des Ukraine-Krieges, um die Versorgung der Produktionswerke (insbesondere der Stahlwerke in Österreich) mit relevanten Rohstoffen (wie z. B. Eisenerz, Erzpellets, Einblaskohle, Legierungen) sicherzustellen, alternative Bezugsquellen und Transportwege aktiviert. Das generelle Halten von Vorräten an kritischen Rohstoffen (wie bei Eisenerz und metallurgischen Kohlen) trägt ergänzend dazu bei, kurzfristige Versorgungsengpässe zu überbrücken.

  • Weiters hat der voestalpine-Konzern seit mehreren Jahren vertraglich eigene Gasspeicherkapazitäten gesichert, um die Gasversorgung (insbesondere für die Wärmebehandlung und für die Walzwerke an den österreichischen Standorten) sicherzustellen. Mit dem per März 2026 bestehenden Gasspeichervorrat von ca. 0,75 TWh kann im Ernstfall bei völligem Ausfall der externen Versorgung annähernd zwei Monate lang der Vollbetrieb bzw. in Abhängigkeit von der jeweiligen Produktionsfahrweise ein Teilbetrieb über mehrere Monate aufrechterhalten werden. Darüber hinaus wurde ein neues Erdgasbeschaffungskonzept erarbeitet und umgesetzt, bei dem basierend auf im eigenen Marktgebiet aktiven Hauptlieferanten zusätzlich internationale Drittlieferanten vertraglich gebunden wurden und die voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH selbst die voestalpine-Gesellschaften über die eigene Erdgasbilanzgruppe und direkten Bezug von den relevanten Gasbörsen CEGH und THE versorgen kann. So werden beispielsweise Gaslieferungen aus nicht-russischer Provenienz aus Norwegen oder aus LNG-Quellen abseits der konventionellen russisch/ukrainischen Transportrouten nach Österreich weitertransportiert. Bei einem möglichen Gasengpass würden zudem Notfallpläne in Kraft treten, bei denen nach Ausschöpfung des eigenen Erdgasspeichervolumens im Worst Case die Produktion schrittweise an die verfügbaren Energiemengen angepasst werden könnte. Nicht zuletzt wäre es durch die internationale Ausrichtung des Konzerns mit weltweit 500 Gesellschaften und Standorten – und damit zahlreichen nicht betroffenen Standorten außerhalb Europas – möglich, Produktionsengpässe zum Teil auch zu kompensieren. Durch die Anpassungsfähigkeit der Versorgungs- und Logistikprozesse an neue Herausforderungen können Engpässe vermieden werden.

Langfristige Lieferbeziehungen und Lieferverträge, die überlegte Ausweitung des Lieferant:innen-Portfolios sowie Optimierungen in der Eigenversorgung und der Kreislaufwirtschaft (z. B. wurden und werden im Bereich Schrott durch weiteren Ausbau bzw. Aufbau von Liefermöglichkeiten mit Kund:innen, Lieferant:innen und Prozesspartner:innen die Möglichkeiten einer Circular Economy entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter intensiviert) bilden die Kernelemente einer diversifizierten Beschaffungsstrategie, die angesichts der geopolitischen Ereignisse und der gegebenen Volatilität auf den Rohstoffmärkten weiterhin von hoher Bedeutung sind (Näheres dazu im Kapitel Rohstoffe dieses Konzernlageberichtes).

Entwicklungen zur Rohstoff- und Energieversorgung werden im Hinblick auf die geopolitischen Entwicklungen weiterhin laufend beobachtet und im regelmäßigen Austausch zwischen Expert:innen und Vorstand bewertet. Aus aktueller Sicht und insbesondere auch aus dem aktuellen Iran-Krieg wird in der Versorgung der Weltmärkte von keinen physischen Engpässen in der Verfügbarkeit ausgegangen. Speziell im Bereich der für die voestalpine relevanten Erdgasversorgung ging man in der Vergangenheit von Überkapazitäten im LNG-Angebot und damit einhergehend von tendenziell rückläufigen Preisniveaus aus. Wird – trotz des Iran-Kriegs – weiterhin mengenmäßig von einer kapazitativen Deckung der Bedarfe ausgegangen, sind projizierte Preisentwicklungen unter den veränderten Rahmenbedingungen mit erhöhter Unsicherheit behaftet. Damit verbunden ist u. a. auch von Preissteigerungen im Transportbereich auszugehen. Weitere mittel- bzw. langfristige Auswirkungen aus dem aktuellen Iran-Krieg (wie zum Beispiel auf Preisentwicklungen aber auch auf die gesamtwirtschaftliche Konjunktur) sind abhängig von der Dauer und vom Ausgang des Konfliktes schwer einschätzbar und Teil laufender Analysen und Marktbeobachtungen. Hinsichtlich des Iran-Kriegs wird auf Basis der aktuellen Einschätzung derzeit von einem zeitlich begrenzten Ereignis ausgegangen.

Im Bereich der Energieversorgung wird die Erschließung alternativer Energieressourcen weiterhin laufend untersucht und konsequent vorangetrieben. Neben dem Ausbau eigener Erneuerbarer-Kapazitäten und dem Bezug von erneuerbarer Energie über langfristige PPA’s (Power Purchase Agreements) stehen zahlreiche Forschungs- und Demonstrationsprojekte in den Bereichen Wasserstoff, Biogas und Biomasse sowie Vorhaben in alternativen Eisen- und Stahlherstellungstechnologien (wie beispielsweise „H2FUTURE“ [Wasserstoffpilotanlage], Hy4Smelt – als Weiterentwicklung der HYFOR [Hydrogen Based Fine Ore Reduction]-Technologie kombiniert mit der Smelter Technologie – sowie „SuSteel“ [Sustainable Steelmaking]) weiterhin im Fokus. Die fortlaufende Optimierung der Energieeffizienz in Produktionsprozessen wird ebenfalls laufend untersucht und vorangetrieben. Ergänzend werden Forschungsaktivitäten im Bereich CO2‑Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (CCUS) fortgeführt. Die industrielle Speicherung von Energie stellt ein mögliches Betrachtungsfeld der Zukunft dar, erste Evaluierungen sind im Laufen.

Ergänzende Informationen zu einzelnen Teilaspekten sind der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3-E1 Klimawandel, ESRS E1 Klimawandel und Kapitel I, F&E Innovation und Forschung & Entwicklung).

Rohstoff- und Energiepreisabsicherung

Ziele, Grundsätze, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie Methodik, Abläufe und Entscheidungsprozesse für den Umgang mit Rohstoff- und Energiepreisrisiken sind in einer internen Richtlinie festgelegt. Darauf aufbauend und unter Berücksichtigung individueller Besonderheiten des Geschäftsmodells der jeweiligen Konzerngesellschaft werden Preissicherungen in Form von kurzfristigen Lieferverträgen mit Fixpreisvereinbarung oder in Form von derivativen Finanzkontrakten vorgenommen. Zur teilweisen langfristigen Absicherung von Strompreisschwankungen werden PPA’s (Power Purchase Agreements) angewendet. Neben dem Strom wurden auch langfristige Sicherungen auf CO2-Zertifikate abgeschlossen. Je nach Geschäftsmodell der betroffenen Konzerngesellschaft können Änderungen der Energie- und Rohstoffpreise überwiegend bzw. zeitverzögert an Kund:innen weitergegeben werden. In diesem Fall ist es das Ziel des Risikomanagements, die kalkulierten Deckungsbeiträge der Verkaufsverträge abzusichern. Dem Rohstoffrisiko- und Energierisiko-Management unterliegen Eisenerz, HBI, Koks, Kokskohle, Zink, Nickel, CO2, Kobalt und Energien (Strom, Erdgas). Ziel ist die Reduktion der Ergebnisschwankung aus der Volatilität der Rohstoff- und Energiepreise auf jene Größe, die im Einklang mit dem Grundsatz der konservativen Finanzpolitik im Sinne der Finanzverfassung des voestalpine-Konzerns steht. Auf das Thema der Versorgungssicherheit (Beschaffungsrisiko) wurde bereits unter Rohstoffverfügbarkeit, Energieversorgung eingegangen. Die umfassenden Maßnahmen tragen dazu bei, finanzielle Stabilität zu gewährleisten und die Resilienz des Unternehmens gegenüber volatilen Märkten zu stärken und relevante Risiken mit der erforderlichen Flexibilität effektiv zu managen.

Störungen von Logistik- und Lieferketten

Generell können globale Lieferketten durch geopolitische Konflikte (wie zum Beispiel dem aktuellen Iran-Krieg bzw. dem mehrjährigen Ukraine-Krieg), durch Handelskonflikte (und zum Beispiel damit verbundenen Produktionsverlagerungen) sowie durch andere Ereignisse (wie zum Beispiel Pandemien oder Epidemien) beeinträchtigt oder unterbrochen werden. Dabei kann es zum Beispiel kunden- bzw. lieferantenseitig oder durch Störungen in den Transportwegen sowie durch etwaige Sanktionen bzw. Embargos oder Handelsbarrieren zu Einschränkungen bzw. zu Umlenkungseffekten kommen. Die Fokussierung auf weniger anfällige Lieferketten und die gleichzeitige Verbreiterung der logistischen Optionen haben schon in der Vergangenheit bzw. auch aktuell die Ausfallsicherheit (z. B. bei Rohstofftransporten) sowie die Widerstandsfähigkeit unserer Logistik- und Lieferketten deutlich erhöht. Abhängig von der Dauer und dem Ausgang des Iran-Kriegs ist im Logistik-/Transportbereich von Preissteigerungen auszugehen, diese sowie weitere Folgewirkungen sind aus heutiger Sicht schwer abschätzbar. Aktuell wirken aus dem Iran-Krieg keine Störungen auf die Transportkette der voestalpine. Diversifizierte Beschaffungsstrategien und Lieferketten stärken die Resilienz gegenüber unvorhergesehenen Ereignissen. Aktuelle Entwicklungen werden insbesondere auch auf Basis geopolitischer Konflikte und bestehender bzw. sich abzeichnender globaler Handelskonflikte weiterhin laufend beobachtet und bewertet, um frühzeitig geeignete Maßnahmen ableiten zu können.

Ausfall von Produktionsanlagen, ergänzende betriebliche Risiken

Zur Minimierung von Ausfallrisiken bei kritischen Anlagen wurden und werden erforderliche Modernisierungs- sowie Ersatzinvestitionen langfristig geplant und umgesetzt sowie gezielte und umfangreiche Investitionen in technische Optimierungen der sensiblen Aggregate getätigt. Um die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der Anlagen laufend zu verbessern und das Ausfallrisiko weiter zu minimieren, wurden weitere ergänzende Maßnahmen gesetzt; Dies sind beispielsweise eine konsequente und systematische sowie vorbeugende Instandhaltung, eine risikoorientierte Vorhaltung kritischer Reserveteile sowie entsprechende arbeitsplatzbezogene Schulungen betroffener Mitarbeiter:innen. Darüber hinaus sind für wesentliche Anlagen entsprechende Notfallpläne zur Minimierung etwaiger Risiken festgelegt.

Bezüglich einer plötzlichen ungeplanten Unterbrechung der Stromversorgung („Blackout“) sind an den wesentlichen Standorten kritische Anlagen und Prozesse großteils mit Notstromaggregaten abgesichert. Diese können für einen eingeschränkten Teilbetrieb, für Notfahrweisen bzw. im Extremfall für ein kontrolliertes Herunterfahren der Anlagen genutzt werden. Zusätzlich wird z. B. am Standort Linz ein eigenes Kraftwerk inkl. Schwarzstartfähigkeit betrieben. Dafür stehen interne Sondernetze (eigene, in sich geschlossene, abgeschottete Bereiche) zur Verfügung. Es erfolgen regelmäßige Übungen zu unterschiedlichen Szenarien (wie z. B. Test der Notstromaggregate, Test der Notfall- und Kommunikationspläne bei unterschiedlichen Ausfallszenarien), um im Ereignisfall bestmöglich vorbereitet zu sein. Etwaige Schäden an Anlagen, welche durch unterschiedliche Blackout-Szenarien verursacht werden können, werden regelmäßig analysiert sowie bewertet und entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen bzw. bestehende Maßnahmen auf deren Wirksamkeit geprüft und gegebenenfalls angepasst. Vorhandene Notfallpläne werden von den jeweiligen Expert:innen für unterschiedliche Szenarien regelmäßig bewertet und bei Bedarf an neue bzw. geänderte Gegebenheiten angepasst.

Am Standort der voestalpine Stahl GmbH in Linz wird mit Geschäftsjahr 2026/27 planmäßig ein neues Produktionsplanungssystem in Betrieb gehen und das bestehende System ablösen. Dieses zentrale System ist essenziell für sämtliche Planungen und Abläufe im Produktionsbereich. Wird in der sukzessiven Inbetriebnahme-/Umstellungsphase ein gewisser Punkt überschritten, kann nicht mehr auf das abzulösende System zurückgeschaltet werden. Dem Restrisiko eines möglichen Produktionsausfalls im Zuge der Inbetriebnahme des neuen Produktionsplanungssystems wird mit einer Vielzahl an Maßnahmen vorgebeugt (wie zum Beispiel Priorisierung umzusetzender Maßnahmen, Berücksichtigung unterschiedlicher Szenarien, ausführliches Testmanagement).

Im Bereich von Großprojekten und Bauvorhaben (wie zum Beispiel im Zuge der Dekarbonisierungs-aktivitäten an den Standorten in Linz und Donawitz) werden verstärkt auch Fremdfirmen beauftragt. Dabei besteht das Restrisiko von möglichen Compliance-Verstößen seitens beauftragter Fremdfirmen und insbesondere von Verstößen gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz durch diese Fremdfirmen. Diesem Restrisiko bzw. einem damit verbundenen Reputationsrisiko wird durch entsprechende Maßnahmen (wie beispielsweise vertragliche Absicherung, Unterweisungen und Schulungen, Monitoring) entgegengewirkt.

Auswirkungen aus Technologie-Substitution

Eine etwaige Substitution bestehender Technologien (wie zum Beispiel, dass bestehende Werkstoffe, Fertigungsverfahren oder Anlagen durch neue Technologien ersetzt werden) und mögliche Auswirkungen (wie technisch, prozessual, wirtschaftlich) werden laufend beobachtet sowie angewandte Fertigungsverfahren und -prozesse inklusive der hergestellten Produkte laufend weiterentwickelt bzw. optimiert.

IT-Sicherheit, Ausfall von IT-Systemen, Nichtverfügbarkeit wesentlicher IT-Services bzw. IT-Dienste

Serviceleistungen für Geschäfts- und Produktionsprozesse, die hauptsächlich auf komplexen IT-Systemen basieren, werden an den meisten Konzernstandorten durch zu 100 % im Besitz der voestalpine AG befindliche IT-Tochtergesellschaften erbracht. Dies sind die voestalpine group-IT GmbH in Österreich und deren Schwesterunternehmen in Deutschland, Brasilien und China mit rd. 25 weltweiten Niederlassungen. Aufgrund der hohen Bedeutung von IT-Sicherheit und IT-Verfügbarkeit bzw. zur weiteren Minimierung möglicher IT-Ausfalls- und IT-Sicherheitsrisiken sind sicherheitstechnische IT-Mindeststandards inkl. Vorgaben zum Business Continuity Management verfügbar, welche regelmäßig an neue Gegebenheiten angepasst werden und deren Einhaltung jährlich in Form von internen und externen Audits überprüft wird. Das hoch qualifizierte Security Operation Center (SOC) der voestalpine sorgt für die laufende Erkennung und Behebung von sicherheitsrelevanten Vorfällen und trägt so auch zur Prävention bei. Um das Risiko unberechtigter Zugriffe auf IT-Systeme und Anwendungen zu reduzieren, werden ergänzende Penetrationstests durchgeführt. Auch im abgeschlossenen Geschäftsjahr erfolgten wieder breit angelegte Onlinekampagnen zur weiteren Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter:innen hinsichtlich IT-Sicherheitsthemen, insbesondere für die Gefahren durch Phishing-Angriffe. Weiters ist eine IT Security Roadmap in Umsetzung, um über technische Maßnahmen die Sicherheit kontinuierlich weiter zu erhöhen. Dazu gehört unter anderem die Weiterführung der Netzwerksegmentierung zwischen Produktions-IT und Büro/Office-IT. In einer internen Arbeitsgruppe werden regelmäßig Informationen über etwaige Cyber-Fraud-Angriffe gesammelt (wie z. B. Social Engineering, CEO-Fraud, Zahlungs- und/oder Lieferumleitung, Phishing) und Präventivmaßnahmen entwickelt bzw. bestehende Maßnahmen auf deren Wirksamkeit geprüft und gegebenenfalls angepasst. Zur Abwendung möglicher Cyber-Fraud-Angriffe werden auch zu diesen Themen entsprechende Onlinekampagnen durchgeführt (unter anderem simulierte Phishing-Awareness-Programme) und spezielle E-Learnings angeboten, die ebenfalls zur Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen beitragen. Risiken aus der Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) wird durch Nutzungs- und Sicherheitsvorgaben bestmöglich entgegengewirkt (wie zum Beispiel durch eine KI-Konzernrichtlinie, eine konzernweite KI-Organisation, themenbezogene und verpflichtende Schulungen sowie E-Learnings bzw. durch einen Prüfungs- und Freigabeprozess von KI-Systemen als Bestandteil des IT-Demand-Prozesses).

Alle diese Maßnahmen zielen darauf ab, Ausfallrisiken und Ausfallzeiten sowie die Nichtverfügbarkeit von IT-Systemen und wesentlichen IT-Services bzw. IT-Diensten aufgrund von zum Beispiel Cyber-Angriffen, menschlichem Versagen, Manipulation, Hardwaredefekten und ähnlichen Ursachen bestmöglich zu reduzieren bzw. so gering wie möglich zu halten.

Personalrisiken

Im voestalpine-Konzern stellen Mitarbeiter:innen mit ihrer Kompetenz und ihrem Einsatz einen wesentlichen und maßgeblichen Erfolgsfaktor dar. Die Positionierung der voestalpine AG als attraktive Arbeitgeberin einerseits sowie vielfältige Maßnahmen zur Mitarbeiter:innen-Bindung andererseits sollen die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften im erforderlichen Ausmaß sicherstellen. Laufende Aus- und Weiterbildung, attraktive Arbeitsbedingungen und -konditionen, eine moderne Arbeitsumgebung sowie vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten sind einzelne diesbezügliche Aspekte. Einen weiteren Schwerpunkt stellt auch die interne Lehrlingsausbildung dar.

Wissensmanagement/Projektmanagement

Zur nachhaltigen Sicherung des vorhandenen Wissens, insbesondere zur Absicherung eines etwaigen Know-how-Verlustes, sind Projekte initiiert, die konsequent angewandt und weiterentwickelt bzw. angepasst werden. Neben einer permanenten Dokumentation des vorhandenen Wissens werden neue Erkenntnisse aus wesentlichen Projekten, aber auch aus ungeplanten Vorfällen – im Sinne von „Lessons Learned“ – entsprechend umgesetzt. Detaillierte Prozessdokumentationen, insbesondere auch im IT-gestützten Bereich, tragen ebenfalls zur Sicherung des vorhandenen Wissens bei.

Etwaigen Risiken aus Projekten (wie z. B. aus Großprojekten, aus Investitionen) wird durch den Einsatz unterschiedlichster Projektmanagement-Tools sowie durch ein entsprechendes Projekt-Monitoring – und je nach Größe des Projektes auch durch regelmäßige Projektaufsichtssitzungen unter Einbindung des Top-Managements – entgegengewirkt. Dies betrifft insbesondere auch etwaige Hochlauf- bzw. Kostensteigerungsrisiken. Erkenntnisse aus früheren Aktivitäten werden im Sinne von „Lessons Learned“ gesammelt und bilden die Basis der kontinuierlichen Weiterentwicklung bestehender Werkzeuge zur konsequenten Anwendung auch bei künftigen Vorhaben.

Compliance-Risiken

Compliance-Verstöße (wie z. B. Kartell- und Korruptionsverstöße) stellen ein erhebliches Risiko dar und können zu nachteiligen Auswirkungen – sowohl in Bezug auf finanzielle Schäden als auch Reputationsschäden – führen. Durch ein konzernales Compliance Management System soll diesen Risiken und insbesondere etwaigen Kartell- und Korruptionsverstößen entgegengewirkt werden. Themenbezogene Präsenzschulungen wie auch E-Learnings sind Teil dieses Systems. Ergänzende Informationen sind der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell sowie ESRS G1 Unternehmensführung).

Risiken der Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen

Eine Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen kann sich finanziell nachteilig auswirken und auch zu Reputationsschäden führen. Basierend auf den konzernweit gültigen Datenschutzrichtlinien ist auch eine Datenschutzorganisation eingerichtet, welche das Management der Konzerngesellschaften darin unterstützt, seine Verantwortung wahrzunehmen, gesetzliche und konzerninterne Datenschutzvorschriften einzuhalten. Ein themenbezogenes E-Learning stellt eine ergänzende Maßnahme dar.

Risiken aus Elementarereignissen, physische Klimarisiken

Die mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehenden physischen Risiken aus Elementarereignissen sind der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3-E1 Klimawandel und ESRS E1 Klimawandel). Die zu den identifizierten Risiken implementierten Vorsorgemaßnahmen werden wiederkehrend auf Aktualität bzw. Vollständigkeit geprüft und bei Bedarf an neue Gegebenheiten angepasst bzw. erweitert (wie zum Beispiel im Zuge von regelmäßigen Übungen, dem Test bestehender Notfallpläne sowie durch Begehungen und „Risk-Surveys“ mit Versicherungsunternehmen). Der bestehende Versicherungsschutz zu Elementarereignissen sowie weiteren Risiken wird gemeinsam mit unserem internen Versicherungsunternehmen (voestalpine Insurance Broker GmbH) regelmäßig auf Aktualität geprüft. Die Wirksamkeit der implementierten Maßnahmen wird fortlaufend überwacht, um eine angemessene Risikosteuerung sicherzustellen und dem Voranschreiten des Klimawandels bestmöglich entgegenzusteuern.

Weitere Risiken der Nachhaltigkeit

Mögliche weitere Nachhaltigkeitsrisiken sowie damit verbundene Themen wie Klima- und Umweltschutz, Sozial- und Arbeitnehmer:innen-Belange, Achtung der Menschenrechte und Bekämpfung von Korruption werden inklusive deren Auswirkungen und im Einklang mit der konzernalen Nachhaltigkeitsstrategie auf allen Ebenen berücksichtigt. Weitere Ausführungen sind der konsolidierten Nachhaltigkeitsberichterstattung im Konzernlagebericht zu entnehmen (Kapitel ESRS2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell sowie in den themenspezifischen Kapiteln).

Die erforderlichen Aktivitäten zur Erfüllung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes wurden initiiert. Prozessvorgaben an betroffenen Standorten sind ausgerollt und werden laufend abgearbeitet. Zur Vorbereitung auf das europäische Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz wurden erste Umsetzungsmaßnahmen gestartet. Die gesetzlichen Entwicklungen ergeben einen erhöhten Mehraufwand, da die Umsetzungsverantwortung ohne vorgegebenen Mindest-Standard auf die großen Unternehmen abgeschoben wurde. Gesetzliche Entwicklungen werden weiterhin laufend beobachtet sowie bewertet und geplante Maßnahmen konsequent umgesetzt.

Strukturwandel in der europäischen Industrie

Politische Spannungen auf europäischer Ebene, hohe Energie- und Arbeitskosten, strenge Umweltanforderungen, bürokratische Hürden sowie regulatorische Unsicherheiten belasten den Standort Europa weiterhin und können z. B. zu einer zunehmenden Abwanderung der Produktion und von Investitionen, zu einem Anstieg bei Insolvenzen und zu deutlichen Wettbewerbsnachteilen infolge einseitiger Regulierungen führen. In diesem Umfeld sind Schutzmaßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität der europäischen Industrie von erheblicher Bedeutung. Entwicklungen werden weiterhin laufend beobachtet sowie bewertet und bestehende Maßnahmen konsequent weiterverfolgt (siehe z. B. nachfolgende Ausführungen zum Ausfall- bzw. Bonitätsrisiko) und sofern erforderlich ergänzende Maßnahmen abgeleitet.

Risiken aus dem Finanzbereich

Betreffend Richtlinienkompetenz, Strategiefestsetzung und Zieldefinition ist das finanzielle Risikomanagement zentral organisiert. Das bestehende Regelwerk beinhaltet Ziele, Grundsätze, Aufgaben und Kompetenzen sowohl für das Konzern-Treasury als auch für den Finanzbereich der einzelnen Konzerngesellschaften. Finanzielle Risiken werden ständig beobachtet und – wo sinnvoll – abgesichert. Die Strategie im Bereich des Fremdwährungsrisikomanagements zielt insbesondere auf die Erzielung von Natural Hedges und bei den anderen Risiken (Zinsen und Rohstoffe) auf eine Verminderung der Schwankungen der Cashflows und der Erträge sowie eine Absicherung der Deckungsbeiträge ab. Die Absicherung der Marktrisiken erfolgt zu einem hohen Anteil mit derivativen Finanzinstrumenten, die ausschließlich in Verbindung mit einem Grundgeschäft verwendet werden.

Im Einzelnen werden Finanzierungsrisiken durch folgende Maßnahmen abgesichert:

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken bestehen im Allgemeinen darin, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, den finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die bestehenden Liquiditätsreserven versetzen die Gesellschaft in die Lage, auch in Krisenzeiten ihre Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist neben der Liquiditätsreserve eine exakte Liquiditätsplanung, die quartalsweise revolvierend erstellt wird. Anhand der konsolidierten Ergebnisse wird der Bedarf an Finanzierungen und Kreditlinien bei Banken durch das zentrale Konzern-Treasury ermittelt. Der geplante Liquiditätsbedarf der nächsten zwölf Monate setzt sich zusammen aus den planmäßigen Mittelabflüssen für Tilgung von Anleihen, Krediten und sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten, der Dividende, Investitionen sowie dem identifizierten Working Capital-Bedarf. Bei der Berücksichtigung der unkommittierten Working Capital Finanzierungsprogramme wird zwischen aktivseitig strukturierten Programmen (z. B. Factoring) und passivseitigen Programmen (z. B. Supplier Finance) differenziert. Während Letztere in Anbetracht ihrer Abhängigkeit von der Konzernbonität nahezu vollständig mit Liquiditätsreserven hinterlegt werden müssen, ist das Deckungserfordernis bei Factoring-Programmen geringer zu bemessen. Dies ergibt sich aus der breiten Risikostreuung über zahlreiche Debitoren, der besicherungsähnlichen Struktur sowie der Möglichkeit, die Programme auch unter Stressbedingungen fortzuführen. Die den Liquiditätsbedarfen gegenüberzustellende Liquiditätsreserve setzt sich aus kurzfristig verfügbaren Treasury-Cash-Beständen, ungenutzten kommittierten Kreditlinien mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr, geplanten positiven Free Cash Flows, vertraglich fixierten Asset-Veräußerungen sowie gegebenenfalls hochliquiden Wertpapierpositionen zusammen. Die Liquiditätsreserven müssen die identifizierten Liquiditätsbedarfe der kommenden 12 Monate überdecken. Darüber hinaus wird in der Bankenpolitik auf eine breite Streuung der Finanzpartner:innen Wert gelegt, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Es wird weiterhin hoher Wert auf die Steigerung der internen Finanzierungskraft gelegt.

Bonitätsrisiko

Das Bonitätsrisiko bezeichnet Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen einzelner Geschäftspartner:innen entstehen können. Das Bonitätsrisiko der Grundgeschäfte ist durch einen hohen Anteil an Kreditversicherungen und bankmäßigen Sicherheiten (Garantien, Akkreditive) weitestgehend abgesichert. Das Ausfallrisiko für das verbleibende Eigenrisiko wird durch definierte Prozesse der Bonitätsbeurteilung, Risikobewertung, Risikoklassifizierung und Bonitätsüberwachung gemanagt. Durch den aktuellen Ukraine-Krieg kam es in der Vergangenheit in den einzelnen Kund:innen-Segmenten zu keinen nennenswerten Kürzungen von Limits durch die Kreditversicherungen und zu keiner Häufung an Forderungsausfällen. Das Bonitätsrisiko der Geschäftspartner:innen von finanziellen Kontrakten wird durch ein tägliches Monitoring des Ratings und der Veränderung der CDS-Levels (Credit Default Swap) der Kontrahent:innen gesteuert. Darauf aufbauend werden Veranlagungslimite gewichtet nach der Ausfallwahrscheinlichkeit allokiert.

Währungsrisiko

Vorrangiges Ziel des Fremdwährungsrisikomanagements ist es, durch Bündelung der Cashflows einen Natural Hedge (Cross Currency Netting) im Konzern zu erzielen. Eine Absicherung erfolgt dabei zentral durch den Abschluss von derivativen Sicherungsinstrumenten durch das Konzern-Treasury. Die voestalpine AG sichert die budgetierten Fremdwährungszahlungsströme (netto) mit einem Horizont von bis zu zwölf Monaten ab. Längerfristige Absicherungen werden nur bei kontrahierten Projektgeschäften, wie beispielsweise bei Lieferungen in die Luftfahrtindustrie, durchgeführt. Die Sicherungsquote liegt zwischen 25 % und 100 % der budgetierten Zahlungsströme innerhalb der nächsten zwölf Monate, wobei die Höhe der Sicherungsquote vom Geschäftsmodell der jeweiligen betroffenen Konzerngesellschaft abhängt. Darüber hinaus nimmt die Sicherungsquote mit der Laufzeit generell ab.

Zinsrisiko

Die Zinsrisikobeurteilung erfolgt für den gesamten Konzern zentral in der voestalpine AG. Hier wird insbesondere das Cashflow-Risiko (Risiko, dass sich der Zinsaufwand bzw. Zinsertrag zum Nachteil verändert) gemanagt. Mit Stichtag 31. März 2026 würde die Erhöhung des Zinsniveaus um einen Prozentpunkt zu einer Verminderung des Nettozinsaufwands aus Bankdarlehen und Kapitalmarktverbindlichkeiten im nächsten Geschäftsjahr in Höhe von 3,9 Mio. EUR führen. Dies ist jedoch eine Stichtagsbetrachtung, die im Zeitverlauf zu Schwankungen führen kann.

Preisrisiko

Eine Preisrisikobeurteilung findet ebenfalls in der voestalpine AG statt; zur Quantifizierung des Zins- und Währungsrisikos werden insbesondere Szenario-Analysen eingesetzt.

Risiko Wirtschaftskriminalität

Zur bestmöglichen Vermeidung von betrügerischen Handlungen ist im voestalpine-Konzern ein umfassendes Internes Kontrollsystem (IKS) eingerichtet, das darauf abzielt, die mit Geschäftsprozessen in Zusammenhang stehenden Risiken auf ein Minimum zu reduzieren, etwaige Fehler zu vermeiden und den Konzern in der Zielerreichung bestmöglich zu unterstützen. Mit dem IKS sollen Vermögens- und Imageverluste, verursacht durch vermögensschädigende Handlungen (wie z. B. unrechtmäßige Bereicherung in Form von Diebstahl, Betrug, Untreue, Urkundenfälschung und Unterschlagung, Vorteilnahme, Begünstigung usw. zur Erlangung persönlicher oder sonstiger Vorteile) bestmöglich vermieden werden.

Das interne Kontrollsystem beinhaltet vom Vorstand der voestalpine AG verabschiedete konzernweit verbindliche und von allen Konzerngesellschaften anzuwendende Richtlinien und Vorgaben sowie Schlüsselkontrollen.

Weiters und der dezentralen Struktur des voestalpine-Konzerns folgend sind die lokalen Geschäftsführungen einer jeden Konzerngesellschaft zur Ausgestaltung eines ergänzenden und den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens entsprechenden IKS, unter Einhaltung von Konzernvorgaben und etwaigen zwingend anzuwendenden externen Vorgaben, verpflichtet.

Der IKS-Aufbau im voestalpine-Konzern erstreckt sich über alle Organisationseinheiten, über alle Hierarchiestufen und über alle Unternehmensbereiche und ist in alle Geschäftsabläufe integriert.

Das interne Kontrollsystem im voestalpine-Konzern orientiert sich, so wie auch das Risikomanagement, an den international anerkannten Regelwerken von COSO (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission).

CCUS (Carbon Capture, Utilization and Storage)
CO2-Abscheidung und Nutzung.
Cashflow
  • aus Investitionstätigkeit: Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel aus Investitionen/Desinvestitionen;
  • aus der Betriebstätigkeit: Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel, soweit nicht durch Investitions-, Desinvestitions- oder Finanzierungstätigkeit beeinflusst;
  • aus der Finanzierungstätigkeit: Abfluss/Zufluss flüssiger Mittel aus Kapitalaus- und Kapitaleinzahlungen.
EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization)
Ergebnis vor Steuern, Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter, Finanzergebnis und Abschreibungen.
HBI (Hot Briquetted Iron)
Heißbrikettiertes Eisen.
Rating
Eine auf den internationalen Kapitalmärkten anerkannte Einstufung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens.
Volatilität
Intensität der Kursschwankungen von Aktien und Devisen bzw. der Preisänderungen von Massengütern im Vergleich zur Marktentwicklung.

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