Immaterielle Ressourcen

Immaterielle Ressourcen

Das Geschäftsmodell der voestalpine AG basiert neben materiellen Ressourcen auf spezifischen immateriellen Ressourcen, die etwa Innovationen fördern oder Wettbewerbsvorteile sichern. Diese haben keine physische Substanz und sind mitunter nicht in der Bilanz erfasst. Die immateriellen Ressourcen werden dem Humankapital, dem Sozial- und Beziehungskapital, sowie dem geistigen Kapital zugeordnet.

Humankapital

Der voestalpine-Konzern verfügt über eine qualifizierte und erfahrene Belegschaft, die zur operativen Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens beiträgt und eine wichtige Basis für das Geschäftsmodell bildet. Damit stellt das Humankapital eine wichtige Grundlage für die Umsetzung des Leistungsangebots dar.

Um diese Kompetenzbasis langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln, misst die voestalpine der Aus- und Weiterbildung hohe Bedeutung bei. Die kontinuierliche Qualifizierung der Mitarbeiter:innen ist ein zentrales Element der HR-Strategie 2030+ und dient der Anpassung der vorhandenen Kompetenzen an aktuelle und zukünftige Anforderungen. Im Geschäftsjahr 2025/26 beliefen sich die konzernweiten Aufwendungen für Personalentwicklung auf über 74 Mio. EUR. 85,0 % der Mitarbeiter:innen (exklusive Lehrlinge) nahmen an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teil. Das gesamte Schulungsvolumen betrug 793.101 Stunden, was durchschnittlich 20,1 Schulungsstunden je Teilnehmer:in entspricht. Diese Investitionen leisten einen Beitrag zur Sicherung von Know-how, zur technologischen Weiterentwicklung sowie zur Stärkung der persönlichen Kompetenzen und somit zur nachhaltigen Wertschöpfung des Konzerns.

Ergänzend dazu fördert die voestalpine lebenslanges Lernen und persönliche Entwicklung durch konzernweite Programme. Zur gezielten Entwicklung aktueller und zukünftiger Führungskräfte kommt zudem das konzernweite „value:program“ zum Einsatz, an dem im Geschäftsjahr 2025/26 193 Mitarbeiter:innen aus 24 Ländern teilnahmen.

Um langfristigen Wissenstransfer zu gewährleisten, ist eine ausgewogene Altersstruktur der Mitarbeiter:innen wesentlich für das Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2025/26 entfielen 17,6 % der Mitarbeiter:innen auf die Gruppe unter 30 Jahren (8.204 Personen), 55,9 % auf die Altersgruppe 30–50 Jahre (25.981 Personen) sowie 26,5 % auf über 50-Jährige (12.299 Personen). Diese ausgewogene Struktur ermöglicht Know-how-Transfer zwischen den Generationen.

Eine starke Mitarbeiterbindung wird als ein Faktor zur Sicherung von Know-how betrachtet. Daher wird auf eine niedrige Fluktuationsrate geachtet. Auf Basis der Gesamtzahl der zum Bilanzstichtag beschäftigten Mitarbeiter:innen (exklusive Lehrlinge) in der Höhe von 46.484 lag im Geschäftsjahr 2025/26 die Fluktuationsrate für Dienstverhältnisse, die einvernehmlich oder durch Mitarbeiter:innen beendet wurden, bei 7,5 %. Insgesamt verließen 5.622 Mitarbeiter:innen (exklusive Lehrlinge) das Unternehmen (z. B. Kündigung, Pensionierung, Tod), das sind 45 Mitarbeiter:innen mehr als im Geschäftsjahr 2024/25 (5.577). Das entspricht einer Gesamtfluktuationsquote von 12,1 % bzw. einer Steigerung um 0,4 %-Punkte im Vorjahresvergleich.

Die Loyalität der Mitarbeiter:innen zum Unternehmen zeigt sich unter anderem in der Betriebszugehörigkeit. 31,7 % der Belegschaft sind länger als 15 Jahre im Unternehmen beschäftigt. Bei 63,8 % der Mitarbeiter:innen beträgt die Verweildauer im Unternehmen mehr als 5 Jahre.

Weitere Angaben finden sich in der Nachhaltigkeitserklärung gemäß ESRS S1-4 (Schulungen), ESRS S1-6 (Fluktuation) und ESRS S1-9 (Altersstruktur).

Sozial- und Beziehungskapital

Das Geschäftsmodell der voestalpine beruht auf langjährigen, vertrauensvollen Beziehungen zwischen dem Unternehmen und seinen Mitarbeiter:innen, Kund:innen, Lieferant:innen, Partner:innen sowie weiteren Interessensgruppen. Diese Beziehungen werden durch ein klar definiertes Werteverständnis und verbindliche Grundsätze der Unternehmensführung getragen. Konkret prägen unternehmerisches Denken (Leidenschaft für Lösungen und Innovation, Teamorientierung, Ergebnisfokus), gelebte Wertschätzung (respektvoller, fairer Umgang, Vielfalt, Vertrauenskultur) und nachhaltiges Handeln (Eigenverantwortung, kontinuierliche Verbesserung, vorausschauendes und zukunftsorientiertes Agieren) die Zusammenarbeit im Konzern und formen die Unternehmenskultur entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Ergänzend dazu legt der konzernweit für alle Mitarbeiter:innen einschließlich Mitglieder des Vorstandes, Geschäftsführer:innen und sonstige Führungskräfte geltende Verhaltenskodex (Code of Conduct) sowie der daraus abgeleitete Verhaltenskodex für Geschäftspartner:innen verbindliche Standards für rechtmäßiges, integres und ethisch verantwortungsvolles Verhalten fest. Er dient als Orientierungsrahmen für den täglichen Geschäftsalltag und zur Stärkung des Vertrauens von internen und externen Stakeholder:innen in die Verlässlichkeit und Integrität des Konzerns.

Darüber hinaus pflegt die voestalpine an ihren wesentlichen Standorten einen kontinuierlichen und strukturierten Dialog mit lokalen Anspruchsgruppen. Durch regelmäßigen Austausch werden Anliegen und Bedürfnisse der betroffenen Gemeinschaften systematisch berücksichtigt und in Entscheidungsprozesse eingebunden. Der konzernweite Stakeholder:innen-Dialog ist als zentrale Querschnittsfunktion organisiert und unterstützt die gemeinsame Entwicklung von Lösungen für standortspezifische und übergeordnete Herausforderungen. Erkenntnisse aus dem Dialog fließen in interne Abstimmungen ein und tragen zur Weiterentwicklung von Projekten, Strategien und Maßnahmen bei. Auf diese Weise stärkt die voestalpine langfristig Vertrauen, gesellschaftliche Akzeptanz und kooperative Beziehungen in ihrem regionalen Umfeld.

Weitere Angaben finden sich in der Nachhaltigkeitserklärung gemäß ESRS G1-1 und ESRS S3-1.

Geistiges Kapital

Das geistige Kapital stellt eine weitere zentrale immaterielle Ressource der voestalpine dar und bildet eine wesentliche Grundlage für die technologische Differenzierung, die Innovationskraft und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns. Zum Stichtag 31. März 2026 verfügte die voestalpine über 3.484 registrierte und davon 2.579 erteilte Schutzrechte aus 654 Patentfamilien. Die Schutzrechte verteilen sich auf alle Divisionen und verdeutlichen die breite technologische Aufstellung des Konzerns: Die Steel Division hielt 982 Schutzrechte aus 220 Patentfamilien, die High Performance Metals Division 583 Schutzrechte aus 95 Patentfamilien, die Metal Engineering Division 1.195 Schutzrechte aus 169 Patentfamilien und die Metal Forming Division 833 Schutzrechte aus 186 Patentfamilien. Zudem betreffen 109 Schutzrechte bzw. 16 Patentfamilien gemeinsame Rechte der Steel Division und der Metal Forming Division.

Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr 2025/26 76 neue Prioritätsanmeldungen eingereicht. Für die Erhaltung der Schutzrechte fielen konzernweit hochgerechnet rund 1,4 Mio. EUR, für Neuanmeldungen etwa 3 Mio. EUR an. Ergänzend investierte der voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2025/26 221,6 Mio. EUR in Forschung und Entwicklung, was einer Forschungsquote von 1,47 % des Umsatzes entspricht.

Das Geschäftsmodell der voestalpine hängt in einem hohen Maß von diesem geistigen Kapital ab, da Patente zentrale Produkt-, Prozess- und Werkstoffinnovationen absichern und die Positionierung in spezialisierten Marktsegmenten unterstützen.

Insbesondere das Werkstoff- und Weiterverarbeitungs-Know-how rund um das Transformationsprojekt greentec steel sind für die voestalpine von Bedeutung. Dank intensiver Forschung und gezielten Investitionen in Pilotprojekte übernimmt die voestalpine die Qualitäts- und Technologieführerschaft bei der Umstellung auf eine emissionsreduzierte Stahlproduktion.

Darüber hinaus stellen Informationstechnologie und digitale Plattformen eine wesentliche Ressource der voestalpine dar. Sie unterstützen die Steuerung von Produktions‑ und Logistikprozessen sowie die unternehmensweite Nutzung von Daten und bilden damit eine zentrale Grundlage für Effizienz, Qualität und Versorgungssicherheit entlang der Wertschöpfungskette. Ein verstärkter Fokus auf Informations‑ und Betriebstechnologiesicherheit stärkt die Resilienz der Systeme und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur Wettbewerbs‑ und Zukunftsfähigkeit des Konzerns.

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