Marktumfeld und Geschäfts­verlauf

Marktumfeld und Geschäfts­verlauf

Die Steel Division zeigte im Geschäftsjahr 2025/26 eine sehr gute Performance, obwohl der europäische Stahlmarkt insgesamt über weite Strecken der Berichtsperiode durch verhaltene Nachfrage, hohe Importvolumina und eine geringe Auslastung der europäischen Produktionskapazitäten geprägt war.

Die zu Beginn des Geschäftsjahres 2025/26 von den USA verhängten pauschalen Zölle in Höhe von 50 % auf alle Stahlimporte in die Vereinigten Staaten von Amerika hatten zwar für die voestalpine Steel Division keine direkten finanziellen Auswirkungen, führten aber über Umlenkeffekte der globalen Stahllieferströme zu zusätzlichem Druck auf den europäischen Markt. Handelspolitische Schutzinstrumente in der Europäischen Union, wie die geplanten Post-Safeguard-Regelungen sowie der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) rückten in weiterer Folge verstärkt in den Fokus.

Die Post-Safeguard-Maßnahmen, welche die bisherigen, am 30. Juni 2026 auslaufenden Regelungen ablösen sollen, wurden vom Markt positiv aufgenommen. Die neuen Bestimmungen schaffen nun einen deutlich effektiveren Ordnungsrahmen, um den Stahlsektor der EU vor weltweiter Überproduktion und Handelsumlenkung zu schützen. Die formale Inkraftsetzung wird bis spätestens Juni 2026 erwartet.

Das Inkrafttreten des europäischen CBAM-Systems (Carbon Border Adjustment Mechanism) mit 1. Januar 2026 bedeutete ebenso eine positive Weichenstellung für die europäische Stahlindustrie. Durch dieses System findet eine grundsätzliche Gleichbehandlung von nach Europa importiertem und in Europa produziertem Stahl hinsichtlich der Kosten für CO2-Ausstoß statt. Auch wenn für dieses System noch Anpassungsbedarf bei Umgehungsschutz und Exportregelungen besteht, hat es im letzten Geschäftsquartal zu einer Verbesserung der Marktsituation für europäische Stahlhersteller geführt.

So kam es gegen Ende des Geschäftsjahres 2025/26 zu gestiegener Nachfrage und zu Preisanstiegen.

In diesem über einen Großteil der Berichtsperiode herausfordernden Umfeld profitierte die Steel Division von ihrer konsequenten Ausrichtung auf hochwertige Stahlbleche für technologisch anspruchsvolle Anwendungen sowie den gezielten Zugang zu Premium-Marktsegmenten, die besonders hohe Anforderungen an Materialqualität stellen, und konnte ihre sehr gute Entwicklung fortsetzen.

Im Einzelnen entwickelten sich die Marktsegmente wie folgt:

Über das gesamte Geschäftsjahr 2025/26 hinweg blieb die Nachfrage der Automobilindustrie nach hochwertigen Stahlblechen stabil. Obwohl die europäischen Pkw-Produktionszahlen rückläufig waren, konnte die Steel Division ihre Liefermengen aufgrund hoher Liefertreue und aktiver Marktbearbeitung konstant auf hohem Niveau halten.

Die Bauindustrie, insbesondere der Hoch- und Industriebau, zeigte sich im gesamten Berichtsjahr zurückhaltend. Trotz eines mittlerweile wirtschaftsneutralen Zinsniveaus ließ eine Belebung der Investitions- und Bautätigkeit weiterhin auf sich warten. Im gesamten Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 ergaben sich hieraus keine wesentlichen Veränderungen.

In der Hausgeräte- und Konsumgüterindustrie blieb die Nachfrage während des gesamten Geschäftsjahres 2025/26 gedämpft. Eine Trendwende zeichnete sich bis zum Ende des Berichtszeitraums nicht ab.

Die Nachfrage in der Maschinenbauindustrie verharrte zunächst im Verlauf des Geschäftsjahres 2025/26 auf einem niedrigen Niveau, geprägt durch zurückhaltende Investitionstätigkeit in Europa.

Der Energiebereich bildete eine wesentliche Säule der positiven Gesamtentwicklung der Division über das Geschäftsjahr 2025/26 hinweg. Die Projektlandschaft für internationale Pipeline‑Vorhaben und die Offshore‑Industrie entwickelte sich weiterhin stabil positiv. Die hohen und komplexen Anforderungen dieser Projekte unterstreichen die Spezialisierung der Steel Division auf hochwertige Grobbleche sowie ihre Position als führender Anbieter in diesem Segment.

Die Umsetzung der ersten Phase des Transformationsprojekts greentec steel am Standort Linz verlief im Geschäftsjahr 2025/26 nach Plan. Das Projekt ist ein zentraler Baustein der langfristigen Dekarbonisierungsstrategie und stärkt die strategische Position der Steel Division als Qualitätsführer bei klimafreundlichen Stahlprodukten.

CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism)
CO2-Grenzausgleichsmechanismus.

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