Wertminderungen und Wertaufholungen

      Die allgemeinen Planungs- und Modellbeschreibungen, wie im Geschäftsbericht 2020/21 unter Punkt 11. Wertminderungen und Wertaufholungen angeführt, haben nach wie vor Gültigkeit.

      Impairmenttest von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit Firmenwerten

      Wertminderungen

      In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2020/21) wurde in der Metal Engineering Division bei der firmenwerttragenden Einheit Tubulars, welche hochqualitative Nahtlosrohre herstellt, zum 30. September 2020 eine Wertminderung des Firmenwerts in Höhe von 25,0 Mio. EUR – in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen – erfasst. Negative absatzmarktseitige Entwicklungen, insbesondere die stark gesunkenen Ölpreise und Ölfördermengen, deren Entwicklung sich infolge der COVID-19-Krise weiter verschärfte, führten zu deutlich reduzierten Umsatz- und Ergebniseinschätzungen, wodurch die erwarteten zukünftigen Cashflows, welche im Impairmenttest zum 30. September 2020 hinterlegt wurden – insbesondere im Detailplanungszeitraum – unter jenen lagen, die dem Impairmenttest zum 31. März 2020 zugrunde gelegt wurden. Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) dieser Einheit betrug zum 30. September 2020 249,7 Mio. EUR.

      Bei der Ermittlung der ewigen Rente wurde das fünfte Planjahr als Basis herangezogen. Es wurde in der ewigen Rente mit einer Wachstumsrate von 1,33 % gerechnet. Der WACC betrug 6,21 % nach Steuern, vor Steuern 7,58 %.

      Im 2. Halbjahr 2020/21 war absatzseitig bereits wieder eine Erholung eingetreten, die zum 31. März 2021 zu einer deutlichen Überdeckung der Buchwerte geführt hat.

      Impairmenttest von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ohne Firmenwert und sonstigen Vermögenswerten

      In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2020/21) wurden in der Steel Division bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Texas (bestehend aus einem Werk), welche sich mit der Herstellung von Hot Briquetted Iron (HBI) beschäftigt, zum 30. September 2020 Wertminderungen in den Bereichen „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten“ sowie „Technische Anlagen und Maschinen“ in Höhe von 190,5 Mio. USD (167,6 Mio. EUR) – in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen – erfasst. Die wirtschaftliche Entwicklung, geprägt durch die COVID-19-Krise, führte zu einer im Vergleich zum 31. März 2020 darüber hinausgehenden Anpassung der kurzfristigen Ertragserwartungen. Aufgrund des verschlechterten Schrott-/Erzpreisverhältnisses verfiel der HBI-Spotmarktpreis in wesentlich stärkerem Ausmaß als erwartet. Diese hohe Preissensi­tivität der HBI-Spotmarktpreise sowie die Erwartung auch weiterhin bestehender Rohstoffpreisvolatilitäten führten auch zu einer Rücknahme insbesondere der mittelfristigen Ertragserwartungen sowie der Cashflows für die Einheit Texas. Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) für diese Einheit betrug zum 30. September 2020 447,8 Mio. EUR. Der angewendete Abzinsungssatz lag bei 6,79 % nach Steuern, vor Steuern 7,98 %.

      In der Vergleichsperiode (Geschäftsjahr 2020/21) wurden in der Metal Engineering Division bei der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Special Wire (bestehend aus einem Werk), welche sich mit der Herstellung von Spezialdrähten (Feinstdrähten) beschäftigt, Wertminderungen in den Bereichen „Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten“ sowie „Technische Anlagen und Maschinen“ in Höhe von insgesamt 8,6 Mio. EUR (davon wurden 5,9 Mio. EUR bereits zum 30. September 2020 erfasst) – in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen – erfasst. Grund für diese Wertminderung war zunächst der – zum Teil auch COVID-19-bedingte – Rückgang der Abnahmemengen durch den Hauptkunden. Dies bedingte auch eine verminderte Auslastung sowie einen erhöhten Preisdruck, wodurch sich die Abnahmemengen und die zukünftigen Ergebnis- und Cashflow-Prognosen weiter reduzierten. Der erzielbare Betrag (Nutzungswert) für diese Einheit betrug zum 31. März 2021 18,0 Mio. EUR und wurde auf Basis geschätzter Nettoveräußerungserlöse abgeleitet. Diese umfassten die aktuellen Einzelveräußerungserlöse der Anlagen sowie den Buchwert des Working Capital.

      Die Hot Forming ist eine zahlungsmittelgenerierende Einheit der Business Unit Automotive Components der Metal Forming Division. Sie besteht aus zwei Werken in Deutschland und USA, welche Pressteile aus Metall durch Warmumformung für die Automobilindustrie entwickeln.

      Für die Hot Forming, deren Performance von den aktuellen Herausforderungen im Automotive-Bereich – insbesondere der Verknappung von Halbleiter-Elektronikbauteilen – betroffen ist, werden die ­aktuellen Sensitivitäten dargestellt.

      Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sind Abzinsungssatz und Cashflows. Eine Änderung dieser Annahmen birgt ein Risiko, dass in Zukunft eine wesentliche Anpassung der Buchwerte erforderlich werden könnte. Eine Erhöhung des Abzinsungssatzes nach Steuern um einen Prozentpunkt bzw. Reduktion der Cashflows um 10 % würde folgende Buchwertrückgänge nach sich ziehen:

       

       

      Buchwert- überdeckung

       

      Abzinsungssatz Änderung
      +1 %-Punkt

       

      Cashflow Änderung
      – 10 %

       

       

       

       

       

       

       

      30.09.2021

       

       

       

       

       

       

      Hot Forming

       

      0,0

       

      –24,6

       

      –18,0

       

       

       

       

       

       

       

      Mio. EUR

      Zum 30. September 2021 wurden keine Wertminderungen bei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ohne Firmenwert und sonstigen Vermögenswerten vorgenommen. Für alle anderen Angaben im Zusammenhang mit zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ohne Firmenwert verweisen wir auf den Konzernabschluss zum 31. März 2021.