Steel Division

Marktumfeld und Geschäftsverlauf

Vor dem Hintergrund des COVID-19-Lockdowns war das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 für die Steel Division durch schwache Nachfrage in allen Kundensegmenten geprägt.

Die Automobilindustrie in Europa legte im April die Produktion weitestgehend still und begann sukzessive im Laufe des Mai und zum Teil erst im Juni wieder zu produzieren. Auch die anderen Marktsegmente waren in unterschiedlichem Ausmaß vom Lockdown betroffen. Während sich die Konsumgüter- und Hausgeräteindustrie noch relativ gut behaupten konnte, verzeichnete der Maschinenbausektor eine schwache Nachfrageentwicklung. Die Bauindustrie war zu Beginn des Quartals von COVID-19-bedingten Schließungen auf Baustellen betroffen, zeigte in weiterer Folge aber eine relativ solide Erholung.

Das Energiesegment (Öl und Gas), ein wesentlicher Markt für das Produktsegment Grobblech, hat im 1. Quartal auf der Grundlage laufender Projekte und gemessen an den Umständen zufriedenstellend performt.

Insgesamt zeigte die Marktentwicklung gerade zu Beginn des 1. Quartals einen regelrechten Einbruch. Im weiteren Verlauf kam es dann ausgehend von niedrigem Niveau zu einer leichten Erholung. Jedoch lag die Nachfrage selbst gegen Ende des Quartals in Europa noch deutlich unter dem Niveau vor COVID-19.

Dementsprechend mussten die Produktionskapazitäten in der Steel Division angepasst werden. Bereits im März 2020, also noch vor Beginn des aktuellen Geschäftsjahres, wurde ein kleiner Hochofen stillgelegt. Im laufenden Betrieb erlaubte der kombinierte Einsatz des großen Hochofens mit einem weiteren kleinen eine flexible Fahrweise im Hinblick auf die Optimierung des Rohstoffeinsatzes und die Anpassung an die Entwicklung der Nachfrage im Verlauf des 1. Quartals.

Trotz global tiefgreifender Marktverwerfungen unter dem Einfluss von COVID-19 stieg auf der Rohstoffseite der Preis für Eisenerz weiter. Dies ist auf die Entwicklung Chinas als weltweit größtem Verbraucher zurückzuführen. Die chinesische Stahlindustrie hat während der Pandemie die Kapazitäten im eigenen Land kaum angepasst und nach der Aufhebung des Lockdowns neue Rekordwerte in der Rohstahlproduktion erreicht. Die übrigen für die Stahlherstellung wesentlichen Rohstoffe, insbesondere Kohle, aber auch Energie, reagierten auf die gedrosselte Stahlproduktion außerhalb Chinas mit sinkenden Preisen. Die Kostensteigerungen bei Eisenerz konnten damit in etwa kompensiert werden.

Die Stahlpreise entwickelten sich am europäischen Spotmarkt im 1. Quartal angesichts der verringerten Nachfrage rückläufig. Die Steel Division konnte sich diesem Trend punktuell auf der Grundlage langfristiger Kundenvereinbarungen entziehen, musste aber im kurz- und mittelfristigen Geschäft ebenfalls Preisrückgänge hinnehmen.

Aufgrund der gedrosselten Stahlproduktion in Nordamerika und Europa war die Direktreduktionsanlage in Texas, USA, im 1. Quartal mit sinkender Nachfrage seitens ihrer bestehenden Kunden konfrontiert. Die Akquisition neuer Kunden in Fernost konnte diese Marktschwäche annähernd ausgleichen, was im 1. Quartal eine insgesamt solide Auslastung des Werkes in Texas sicherte.

Entwicklung Finanzkennzahlen

Quartalsentwicklung der Steel Division

Mio. EUR

 

1 Q 2019/20

 

1 Q 2020/21

 

Veränderung

 

 

01.04.–30.06.2019

 

01.04.–30.06.2020

 

in %

 

 

 

 

 

 

 

Umsatzerlöse

 

1.182,1

 

834,9

 

–29,4

EBITDA

 

150,6

 

68,2

 

–54,7

EBITDA-Marge

 

12,7 %

 

8,2 %

 

 

EBIT

 

60,8

 

–13,5

 

–122,2

EBIT-Marge

 

5,1 %

 

–1,6 %

 

 

Beschäftigte (Vollzeitäquivalent)
Ende der Periode

 

10.730

 

10.181

 

–5,1

Die schwierigen Marktbedingungen für die Steel Division im 1. Quartal 2020/21 bilden sich in den wesentlichen Kennziffern der Division ab. So reduzierten sich die Umsatzerlöse um 29,4 % von 1.182,1 Mio. EUR im 1. Quartal 2019/20 auf 834,9 Mio. EUR im aktuellen Berichtsquartal. Der hauptsächliche Grund für den deutlichen Rückgang liegt in der markanten Abnahme der Auslieferungsmengen. Zusätzlich negativ wirkte sich das im Vergleich zum Vorjahr etwas niedrigere Preisniveau aus.

Im Hinblick auf die Ergebnisse konnte die Entwicklung der Rohstoffkosten die niedrigeren Verkaufspreise nicht zur Gänze kompensieren. Um die negativen Auswirkungen auf der Mengenseite einzudämmen, wurden die Kostenstrukturen an die veränderte Auftragssituation angepasst. Vor diesem Hintergrund sank das EBITDA im Jahresvergleich um 54,7 % von 150,6 Mio. EUR im Vorjahr auf 68,2 Mio. EUR im 1. Quartal 2020/21. Die EBITDA-Marge ging damit von 12,7 % auf 8,2 % zurück. Das EBIT fiel mit –13,5 Mio. EUR (Marge –1,6 %) im aktuellen Berichtsquartal leicht negativ aus, nachdem die Division im entsprechenden Vorjahresquartal 60,8 Mio. EUR (Marge 5,1 %) ausgewiesen hat.

Die Anzahl der Beschäftigten (FTE, Fulltime-Equivalent) in der Steel Division verminderte sich im Jahresvergleich per 30. Juni 2020 um 5,1 % auf 10.181 (30. Juni 2019: 10.730). Die Senkung des Personalstandes erklärt sich als Reaktion auf ein deutlich gesunkenes Produktionsniveau.


Über voestalpine

Die voestalpine ist ein in seinen Geschäftsbereichen weltweit führender Stahl- und Technologiekonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz. Die global tätige Unternehmensgruppe verfügt über rund 500 Konzerngesellschaften und -standorte in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Sie notiert seit 1995 an der Wiener Börse. Mit ihren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen zählt sie zu den führenden Partnern der Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie der Luftfahrt- und Öl- & Gasindustrie und ist darüber hinaus Weltmarktführer bei Bahninfrastruktursystemen, bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Die voestalpine bekennt sich zu den globalen Klimazielen und arbeitet intensiv an Technologien zur Dekarbonisierung und langfristigen Reduktion ihrer CO2-Emissionen. Im Geschäftsjahr 2019/20 erzielte der Konzern bei einem Umsatz von 12,7 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,2 Milliarden Euro und beschäftigte weltweit rund 49.000 Mitarbeiter.

Fakten

50 Länder auf allen fünf Kontinenten
500 Konzerngesellschaften und -standorte
49.000 Mitarbeiter weltweit

Ergebnis GJ 2019/20

€ 12,7 Mrd.

Umsatz

€ 1,2 Mrd.

EBITDA

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