Ausblick
Die geopolitischen Spannungen, die bereits das abgelaufene Geschäftsjahr 2025/26 wesentlich geprägt haben, wirken sich weiterhin auf die wirtschaftliche Entwicklung aus. Insbesondere die erneute Eskalation des Konflikts im Mittleren Osten beeinflusst die Energiepreise wesentlich und in weiterer Folge sehr wahrscheinlich auch die Inflations- und Zinsentwicklung. Darüber hinaus bleiben die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen zwischen Europa und Nordamerika volatil und nur eingeschränkt planbar.
Der Beginn des Geschäftsjahres 2026/27 war somit weiterhin maßgeblich von externen Einflussfaktoren geprägt. Die voestalpine AG begegnet diesem Umfeld bislang erfolgreich und stützt sich dabei unverändert auf eine solide Strategie, welche unter anderem auf eine breite Ausrichtung des Konzerns setzt.
Vor dem Hintergrund einer insgesamt mit dem Vorjahr vergleichbaren globalen wirtschaftlichen Lage ist davon auszugehen, dass sich die wesentlichen Markttrends größtenteils fortsetzen. Vor allem in Europa ergeben sich derzeit aus neuen regulatorischen Maßnahmen zusätzliche Impulse, wobei sich erste positive Effekte bereits im letzten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres zeigten.
In der Steel Division zeigen sich die Rahmenbedingungen weiterhin verbessert. Neben dem Inkrafttreten von CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) Anfang 2026 und den seit Juli 2026 geltenden EU-Safeguard-Maßnahmen könnte auch der Vorschlag der Europäischen Kommission zur Verlängerung der kostenlosen Zuteilung von Emissionszertifikaten und zur langsameren Reduktion der Zertifikatsmenge zu einer verbesserten langfristigen Planungsperspektive für die europäische Stahlindustrie beitragen. Im Vorfeld des Inkrafttretens der neuen EU-Safeguard-Maßnahmen wurden im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 Importe vorgezogen und Lagerbestände aufgebaut. Mit dem erwarteten Abbau dieser Bestände im Laufe der ersten Geschäftsjahreshälfte sollte sich in weiterer Folge auch die Preisentwicklung verbessern. Insgesamt lassen diese Rahmenbedingungen insbesondere für das 2. Halbjahr des Geschäftsjahres 2026/27 einen günstigen Verlauf in der Steel Division erwarten. Dämpfend wirken hingegen weiterhin verschobene Energieprojekte im Bereich Grobblech.
In der High Performance Metals Division werden, wie schon im ersten Quartal, die positiven Auswirkungen der in Umsetzung befindlichen Reorganisationsmaßnahmen auch in den Folgequartalen des Geschäftsjahres 2026/27 zu nachhaltigen Verbesserungen führen. Auf der Nachfrageseite wird insgesamt von einem stabilen Geschäftsverlauf ausgegangen, wobei insbesondere der Bereich Aerospace weiterhin eine solide Performance zeigen dürfte. Die Ergebnisentwicklung der High Performance Metals Division wurde im 1. Quartal 2026/27 maßgeblich durch einmalige positive und negative Sondereffekte, insbesondere aus dem Verkauf der voestalpine BÖHLER Profil sowie aus der Fortsetzung der Reorganisationsmaßnahmen beeinflusst. In Summe sind im EBITDA des 1. Quartals 2026/27 rund 100 Mio. EUR an Einmaleffekten enthalten.
Geschäftsbericht 2025/26
Die Metal Engineering Division wird weiterhin vom stabil positiven Trend im Bereich Railway Systems profitieren. Diese positive Entwicklung bestätigte sich zuletzt auch in bedeutenden Projektaufträgen wie dem Großauftrag für Rail Baltica in Höhe von 470 Mio. EUR, welcher einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Kapazitätsauslastung leistet. Im Geschäft mit Nahtlosrohren wird weiterhin ein von der US-Zollpolitik sowie von den Auseinandersetzungen im Mittleren Osten belastetes Marktumfeld erwartet. Das Produktsegment Wire wird sich weiterhin in einem herausfordernden Marktumfeld bewegen, während für das Segment Welding von einer stabilen Entwicklung ausgegangen wird.
Für die Metal Forming Division wird ein differenzierter Geschäftsverlauf erwartet. Im Bereich Tubes & Sections ist von wesentlichen regionalen Unterschieden auszugehen. Die bei Automotive Components umgesetzten Reorganisationsmaßnahmen werden im Laufe des Geschäftsjahres 2026/27 zu einer im Vorjahresvergleich positiven Ergebnisentwicklung beitragen. Für den Geschäftsbereich Precision Strip wird im Vergleich zum Vorjahr ein leicht verbesserter Verlauf erwartet. Für Warehouse & Rack Solutions wird weiterhin mit guten Marktbedingungen gerechnet.
Angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten, fortbestehender Markttrends und positiver Effekte aus regulatorischen sowie internen Maßnahmen erwartet der Vorstand der voestalpine AG für das Geschäftsjahr 2026/27 weiterhin eine solide wirtschaftliche Entwicklung mit einem EBITDA in einer Bandbreite von 1,60 bis 1,85 Mrd. EUR.