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Umsatz und operatives Ergebnis

Umsatz des voestalpine-Konzerns

Mio. EUR

Umsatz des voestalpine-Konzerns (Balkendiagramm)

Der positive Trend in der Umsatzentwicklung der letzten Jahre fand auch im Geschäftsjahr 2018/19 seine Fortsetzung. Neben den unterstützenden Effekten aus den in den letzten Jahren vor allem im Rahmen der Internationalisierungsstrategie umgesetzten Investitionen zeichnen für diese Entwicklung insbesondere auch ein deutlicher Preisauftrieb bei Rohstoffen und Legierungen mit entsprechenden Auswirkungen auf die Verkaufserlöse sowie die im 1. Halbjahr noch vorherrschende positive Konjunkturentwicklung verantwortlich. Die Eintrübung gegen Ende der Periode machte sich im unterjährigen Umsatzverlauf insofern bemerkbar, als das Schlussquartal zwar auch in diesem Geschäftsbereich einmal mehr das umsatzstärkste war, die Differenz zu den Vorquartalen stellte sich jedoch weit weniger ausgeprägt dar als in den vergangenen Geschäftsjahren.

Der Umsatzanstieg im Jahresvergleich basiert auf positiven Umsatzentwicklungen in jeder der vier Divisionen, was insofern bemerkenswert ist, als die Steel Division aufgrund der umfassenden Erneuerung („Zustellung“) des konzernal größten Schmelzaggregats, dem Hochofen A in Linz, Österreich, in den vergangenen zwölf Monaten nur deutlich reduzierte Produktionskapazitäten zur Verfügung hatte und dementsprechend auch in Bezug auf die Absatzmengen deutlich unter dem vorangegangenen Geschäftsjahr blieb.

Auch die High Performance Metals Division erhöhte ihre Umsatzerlöse, wobei die Absatzmenge im Jahresvergleich allerdings nahezu stabil blieb. Die Umsatzverbesserung ist damit weitaus überwiegend auf ein höheres Preisniveau, getrieben von erheblich teureren Legierungen, zurückzuführen.

In der Metal Engineering Division ist der Anstieg der Umsatzerlöse sowohl auf Mix- als auch Preiseffekte zurückzuführen. Dabei büßten im Einzelnen die Produktsegmente Rail Technology und Wire Technology im Jahresvergleich etwas an Absatzmengen ein, wohingegen sich das primär in der Exploration von Öl und Gas engagierte Segment Tubulars von den niedrigen Niveaus der Vorperioden erholen konnte.

In der Metal Forming Division war neben dem Rohr- und Profilgeschäft vor allem der Ausbau der Automotive-Aktivitäten für den Umsatzzuwachs verantwortlich, während die übrigen Geschäftssegmente eine weitgehend stabile Umsatzentwicklung verzeichneten.

Vor diesem Hintergrund erreichte der voestalpine-Konzern mit 13.560,7 Mio. EUR ein neues Allzeithoch bei den Umsatzerlösen. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr (12.897,8 Mio. EUR) einer Steigerung von 5,1 %.

EBITDA

Mio. EUR

EBITDA (Balkendiagramm)

EBIT

Mio. EUR

EBIT (Balkendiagramm)

Ergebnisseitig konnte die positive Entwicklung der Umsatzerlöse aufgrund einer sich im Jahresverlauf deutlich abkühlenden Konjunktur sowie infolge unternehmensspezifischer Sondereffekte nicht begleitet werden. So verringerte sich das operative Ergebnis (EBITDA) im Geschäftsjahr 2018/19 mit 1.564,6 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr (1.954,1 Mio. EUR) um 19,9 %. Dementsprechend sank auch die EBITDA-Marge im Jahresvergleich von 15,2 % auf 11,5 %.

Die Entwicklung des Betriebsergebnisses (EBIT) verlief ähnlich der des operativen Ergebnisses. Im Einzelnen ergab sich dabei ein Rückgang von 1.180,0 Mio. EUR (EBIT-Marge von 9,1 %) im Geschäftsjahr 2017/18 auf 779,4 Mio. EUR (EBIT-Marge von 5,7 %) im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19. Dies entspricht einem Minus von 33,9 %.

Während die deutliche Abkühlung der Konjunktur in der 2. Hälfte des Geschäftsjahres negative Effekte auf alle Divisionen des voestalpine-Konzerns hatte, hinterließen die Auswirkungen der globalen Handelsauseinandersetzungen, ausgelöst von der Abschottungspolitik der USA, vor allem in der High Performance Metals Division und der Metal Engineering Division ihre Spuren, wohingegen die Steel Division und die Metal Forming Division primär unter internen negativen Sondereffekten litten.

Die produktionsseitigen Mengenverluste durch die Erneuerung („Zustellung“) des Hochofens A in der Steel Division wurden zwar – neben einer gewissen Vorproduktion – zu einem guten Teil durch Zukauf von Vormaterial von externen Partnern kompensiert, was die Umsatzentwicklung stützte, aber auf der Ergebnisseite die negativen Effekte lediglich abmildern konnte. Zusätzlich belastend wirkten sich ein dreiwöchiger geplanter Instandhaltungsstillstand sowie ungeplante Stillstände der HBI-Anlage in Texas, USA, vor allem infolge Hochwassers und eines Gasrohrgebrechens aus. Darüber hinaus musste in der Steel Division zu Jahresbeginn 2019 eine Rückstellung aufgrund möglicher nachteiliger finanzieller Auswirkungen auf den Konzern im Zusammenhang mit einem laufenden Ermittlungsverfahren des deutschen Bundeskartellamts gegen mehrere Stahlproduzenten wegen des Verdachts kartellrechtswidriger Absprachen in der Vergangenheit im Bereich Grobblech gebildet werden.

Im September 2018 schlitterte das für den voestalpine-Konzern wichtigste Marktsegment, die Automobilindustrie, aufgrund einer Umstellung im Abgasemissionstestverfahren auf weltweit einheitliche Standards (WLTP = Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedure) in erhebliche Turbulenzen mit entsprechenden Auswirkungen auf die Nachfrage. Besonders schwer betroffen davon war die Metal Forming Division, in der knapp die Hälfte der Umsätze auf die Automobilindustrie entfallen. Zudem war diese Division ab Herbst 2018 mit deutlich negativen Ergebnisauswirkungen infolge von Schwierigkeiten beim Hochlauf eines neuen Automotive-Komponentenwerkes in Cartersville, Georgia, USA, sowie damit verbundenen Einmaleffekten aus der Bildung von Rückstellungen wegen externer Auftragsverlagerungen konfrontiert.

Die im Namen des Schutzes der nationalen Sicherheit Amerikas eingeführten Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte („Section 232“) hatten auf den voestalpine-Konzern sowohl direkte als auch indirekte Auswirkungen. Die direkten betrafen vor allem das Produktsegment Tubulars (Nahtlosrohre) der Metal Engineering Division, dessen Produkte zu einem erheblichen Teil in die USA exportiert werden und damit unter Margendruck gerieten. Indirekt wirkten sich die US-Maßnahmen auf die Preise im Werkzeugstahlbereich in Europa und China aus. Grund dafür waren Umlenkungseffekte der globalen Warenströme mit entsprechenden Konsequenzen für die Ergebnisentwicklung der High Performance Metals Division.

Aufgrund der ergebnisbelastenden Sondereffekte, die im Wesentlichen durchwegs im 3. Quartal 2018/19 verbucht wurden, zeigt sich im unterjährigen Vergleich mit dem letzten Quartal des Geschäftsjahres im EBITDA ein Ergebnissprung um 88,7 von 244,0 Mio. EUR im 3. Quartal auf 460,5 Mio. EUR im 4. Quartal. Analog entwickelte sich das EBIT von 46,0 Mio. EUR im 3. Quartal auf 253,9 Mio. EUR im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2018/19, was einem Anstieg von 452,0 % entspricht.

Bei Betrachtung der unterjährigen Entwicklung auf Basis des rein operativen Geschäftes – also unter Korrektur der Ergebnisse im 3. Geschäftsquartal 2018/19 um die erwähnten Einmaleffekte – ergibt sich vom 3. auf das 4. Quartal nur eine leichte Steigerung sowohl des operativen Ergebnisses (EBITDA) als auch des Betriebsergebnisses (EBIT).


Über voestalpine

Die voestalpine ist ein in seinen Geschäftsbereichen weltweit führender Technologiekonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz. Mit ihren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen aus Stahl und anderen Metallen zählt sie zu den führenden Partnern der Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie der Luftfahrt- und Öl- & Gasindustrie. Die voestalpine ist darüber hinaus Weltmarktführer bei kompletten Bahninfrastruktursystemen sowie bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen.

Fakten

50 Länder auf allen fünf Kontinenten
500 Konzerngesellschaften und -standorte
52.000 Mitarbeiter weltweit

Ergebnis GJ 2018/19

€ 13,6 Mrd.

Umsatz

€ 1,6 Mrd.

EBITDA

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